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Saison 2001

Wieder unter 1:57 Minuten?

Stephanie Graf will mental stärker und noch abgebrühter werden


03.06.01 (fc) Eine Kärntnerin hat der österreichischen Leichtathletik wieder Leben eingehaucht. Vor drei Jahren erstrahlte der Stern von Stephanie Graf. Damals holte sie bei der Europameisterschaft in Budapest Bronze. Mittlerweile hat sie sich in der Weltspitze über 800 Meter etabliert und gilt in diesem Jahr als die stärkste Konkurrentin von Olympiasiegerin Maria Mutola.

Die Rechnung von Sydney, als Graf Zweite wurde, ist noch unbeglichen. Auch bei der Hallen-WM in Lissabon war Maria Mutola präsent. „Sie hat mir zehn Jahre Erfahrung voraus. Sie ist einfach abgebrühter“, analysiert Graf, warum es in Portugal mit der Olympia-Revanche nicht klappte, nachdem bei den vorausgegangenen Aufeinandertreffen in der Halle in Lievin, Gent und Stockholm eben die Österreicherin die Nase vorn gehabt hatte. „Solche Dinge muss man durchleben.“

Mit einer Bestzeit von 1:56,64 Minuten, gelaufen bei den Olympischen Spielen in Sydney, geht Stephanie Graf in den WM-Sommer. Die Meßlatte liegt also hoch und das ist es auch, was ihr etwas „Bauchweh“ bereitet: „Die Zeit unter 1:57 war ein Zusammenspiel verschiedener Umstände. Ich werde sicher Zeiten laufen, die hinter der von Olympia zurückbleiben.“ Ihr Trainingspensum umfasst achtzig Kilometer pro Woche, viele davon legt sie gemeinsam mit ihrem Hund „Nike“ zurück. Momentan bestreitet sie ihre Einheiten ohne vollen Trainingspartner. Lediglich ihre Mutter Rita steht ihr manchmal zur Seite. Das einsame Training soll sie mental stärker für ihre großen Ziele machen: „Ich muss im Kopf noch härter werden.“

Charity-Auktion mit 22 Olympiastücken im Internet

Derzeit beweist die 28jährige wieder ihr soziales Engagement. Schweren Herzens hat sich das Aushängeschild der österreichischen Leichtathletik von verschiedenen Olympia-Stücken getrennt. Von der Festkleidung bis zum Badeanzug kommt einiges unter den virtuellen Hammer. Mitmachen können Sie unter www.stephaniegraf.at. Der Erlös fließt an die Kinderkrebshilfe Kärnten. „Ich gehöre sicher zu den Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, sagt Stephanie Graf nachdenklich. Deshalb will sie helfen und betroffenen Familien die Sorgen nehmen, auch weil sie ihren Großvater selbst durch Krebs verloren hat. Die Idee zur Charity-Auktion ist langsam im Anschluss an Olympia entstanden und die Auswahl der insgesamt 22 Stücke fiel schwer: „Das sind Gefühle, die für mich mit den Olympischen Spielen verbunden sind.“

Missgeschick beim Blumenschneiden

Vor ein paar Tagen passierte Stephanie Graf, die auch für die Hallen-EM im nächsten Jahr in Wien wirbt, übrigens ein Missgeschick. Beim Kürzen geschenkter Blumen schnitt sich die Hallen-Europameisterin die Kuppe des linken kleinen Fingers ab und trägt derzeit Verband. „Hausarbeit liegt mir nicht gerade“, stellt sie mit einem Lächeln fest. Muss es auch nicht. Denn was in den nächsten Wochen zählt, ist das Laufen. Das möglichst schnell und mit der nötigen Kraft, um ihre große Konkurrentin endlich beim Saisonhöhepunkt in die Schranken weisen zu können.“ Gegen Maria Mutola muss man die gesamte Energie aufwenden“, weiß „Steffi“ selbst am besten, worauf es ankommt.

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