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Grand-Prix-I-Meeting in London

Voronin brilliert mit 2,40 Metern

Weitere Weltjahresbestleistungen durch Jones, Worku und El Guerrouj

05.08.00 (fc) Die Leichtathleten freuten sich über erstklassige äußere Bedingungen beim Grand-Prix-Meeting in London. Der Riesenetat des Events bescherte entsprechend hochkarätig besetzte Felder mit einer „Handvoll“ deutscher Teilnehmer. Hochsprung-Weltmeister Vjacheslav Voronin sorgte mit 2,40 Metern für das Highlight der Veranstaltung. Weitere Weltjahresbestleistungen gab es durch die Äthiopierin Ayelech Worku mit 14:41,23 Minuten über 5000 Meter und Hicham El Guerrouj über die Meile (3:45,96 min). Tim Lobinger überzeugte mit 5,80 Metern als Zweiter im Stabhochsprung. Marion Jones verbesserte ihre Jahresbestzeit über 100 Meter auf 10,78 Sekunden.

Mark Richardson hatte nach seiner Dopingsuspendierung das Startrecht bis zur endgültigen Klärung auf Weltverbandsebene zurückerhalten und gab in London sein Comeback über 400 Meter. Mit seinem dritten Platz hinter dem Jamaikaner Greg Haughton (44,91 sec) und Alejandro Cardenas (MEX) zog sich der Brite achtbar aus der Affäre, nachdem er vom Publikum schon vor dem Start sehr freundlich empfangen worden war.

Sandra Glover (USA) stellte über 400 Meter Hürden mit einer Zeit von 53,92 Sekunden ihre exzellente Form ein weiteres Mal unter Beweis. Olympiasiegerin Deon Hemmings (54,69 sec) wurde nur Dritte hinter der Isländerin Gudrun Arnadottir (54,37 sec). Bei den Männern musste der britische Hoffnungsträger Chris Rawlinson (GBR) auf den letzten Metern den Sieg noch US-Boy Angelo Taylor (48,66 sec) überlassen.

In einem hochkarätigen 5000-Meter-Rennen setzte sich auf der letzten Runde Ayelech Worku (ETH) ab und gewann in der neuen Weltjahresbestzeit von 14:41,23 Minuten vor Paula Radcliffe (GBR) und Tegla Loroupe (KEN). Irina Mikitenko (D) lief in 14:56,46 Minuten als Fünfte ebenfalls ein glänzendes Rennen.

Der kanadische Sprinter Bruny Surin überzeugte über 100 Meter in 10,16 Sekunden und besiegte die John-Smith-Läufer Ato Boldon (TRI) und Curtis Johnson (USA), die unter den Augen ihres angeschlagenen Trainingskollegen Maurice Greene nur auf den Rängen vier und acht landeten. Der 17jährige Mark Lewis-Francis (GBR) lief im B-Lauf mit 10,10 Sekunden eine schnellere Zeit. Bei den Frauen war Marion Jones in 10,78 Sekunden ungefährdet. Inger Miller (10,97 sec) und Torri Edwards (11,09 sec) machten den Dreifacherfolg der US-Girls perfekt.

Maria Mutola (MOZ) stellte sich über 1500 Meter der Rumänin Gabriela Szabo. Die 800-Meter-Spezialistin zog sich achtbar aus der Affäre, wurde hinter Violeta Beclea-Szekely, die in 4:05,01 Minuten ihrer Landsfrau Szabo eine überraschende Niederlage beibrachte, und Szabo Dritte.

Dreispringer Jonathan Edwards (GBR) kehrte nach über einem Monat Abstinenz in den Grand-Prix-Zirkus zurück und überzeugte bereits im ersten Versuch mit einem weiten Satz. Der Weltrekordler siegte mit 17,34 Metern vor seinem Landsmann Larry Achike (17,03 m). Der deutsche Weltmeister Charles Friedek holte sich mit 16,72 Metern als Vierter fünf weitere Grand-Prix-Punkte. Der berühmte „Knoten“ platzte beim Leverkusener aber noch nicht.

Olympiasieger Allen Johnson (USA) erwischte über 110 Meter Hürden einen schlechten Start, siegte aber dennoch in 13,35 Sekunden. Falk Balzer (D) lief als Dritter eine Zeit von 13,57 Sekunden.

Vjacheslav Voronin (RUS) deklassierte im Hochsprung mit seinen 2,40 Metern die Konkurrenz. Kwaku Boateng (CAN) und Sergej Kljugin (RUS), beide über 2,31 Meter, blieb nur das Staunen. Der Deutsche Wolfgang Kreissig wurde mit 2,24 Metern Sechster. Im Speerwerfen enttäuschten Boris Henry und Raymond Hecht mit Weiten von 79,27 bzw. 78,69 Metern. Weltmeister Aki Parviainen spielte mit seinen 87,81 Metern zusammen mit Steve Backley (85,84 m) und Sergej Makarov (85,60 m) in einer anderen Liga.

Überzeugen konnte Tim Lobinger im Stabhochsprung. Er musste sich zwar dem höhengleichen Nick Hysong geschlagen geben, hinterließ aber bei seinen 5,80 Metern einen guten Eindruck. Lars Börgeling hatte keinen gültigen Versuch. Inessa Kravets (UKR) erreichte im 2. Versuch eine Weite von 6,92 Metern und beendete danach im sicheren Gefühl des Sieges den Wettkampf vorzeitig.

Ana Guevara (MEX) überraschte über 400 Meter in 50,12 Sekunden Michelle Collins (USA) und die Britin Katherine Merry (GBR). Über 5000 Meter entschied Haile Gebreselassie in 13:06,23 Minuten das Duell mit dem jungen Kenianer Sammy Kipketer (13:06,99 min) für sich. Hicham El Guerrouj hielt über die Meile in der Weltjahresbestzeit von 3:45,96 Minuten seinen kenianischen Rivalen Noah Ngeny in Schach.

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