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Olympische Sommerspiele in Sydney

Nourredine Morceli ist wieder da

Grasu und Beckford raus – Franka Dietzsch musste zittern

25.09.00 (fc) Am vierten Leichtathletik-Tag hielten endgültig die oft befürchteten kühlen Temperaturen im Olympiastadion von Sydney Einzug. Dabei überzeugte der Titelverteidiger Nourredine Morceli (ALG) bei seinem Comeback über 1500 Meter als lockerer Vorlauf-Zweiter. Eine enttäuschende Vorstellung lieferte hingegen die WM-Dritte Nicoletta Grasu (RUM) im Diskuswerfen mit 58,87 Metern ab. Nur wenig besser erging es der deutschen Weltmeisterin Franka Dietzsch, die gerade mal so in das Finale rutschte. Im Weitsprung scheiterte der stark eingeschätzte Jamaikaner James Beckford überraschend an der Qualifikation, die hingegen der Berliner Kofi Amoah Prah schaffte.

Hicham El Guerrouj (MAR) wollte über 1500 Meter im Vorlauf kein Risiko eingehen und bestimmte das Rennen von der Spitze aus. Nach 3:38,58 Minuten kam er ins Ziel und schüttelte seinen Kontrahenten anschließend erfreut die Hände. Der Franzose Mehdi Baala entschied den zweiten Lauf in 3:40,36 Minuten vor Bernard Lagat (KEN) für sich. Im dritten Vorlauf war man gespannt, wie sich Titelverteidiger Nourredine Morceli, der in der gesamten Saison nicht in Erscheinung getreten war, schlagen würde. Er versteckte sich zunächst im Feld. Taktisch klug setzte er sich vor der letzten Runde hinter die Favoriten Noah Ngeny („Es lief sehr gut für mich“) und Andres Diaz. Als Zweiter hinter dem Kenianer (3:38,03 min) lieferte er ein gutes Rennen ab. Sein Landsmann Ali Saidi-Sief verzichtet übrigens auf einen Doppelstart und will sich ganz auf die 5000 Meter konzentrieren, wo er der Goldanwärter ist. Die Segel musste der heiß gehandelte Kenianer William Chirchir als enttäuschender Vorlauf-Achter streichen.

Weltjahresbeste Grasu raus – Franka Dietzsch musste zittern
Die Diskuswerferinnen gingen in die Qualifikation. Die Weltjahresbeste Nicoletta Grasu (RUM) zeigte Nerven und lieferte zwei ungültige Versuche ab. 58,87 Meter im nachfolgenden Sicherheitswurf waren nur Platz neun in der ersten Gruppe und schlichtweg zu wenig. Ilke Wyludda (D) erreichte 62,97 Meter. Damit blieb sie drei Zentimeter unter der Qualifikationsmarke, insgesamt war es allerdings die viertgrößte Weite nach Ellina Zvereva (BLS), Natalja Sadova (RUS) und Anastasia Kelesidou (GRE). Schwerer tat sich die Weltmeisterin Franka Dietzsch, die nach ihren drei Würfen bange Blicke in das weite Rund schickte. Ihr bester Versuch lag bei 60,74 Metern, womit sie gerade mal so als Gesamtzwölfte in das Finale rutschte. Will sie ihrer Favoritenrolle gerecht werden, ist in zwei Tagen eine deutliche Steigerung von Nöten.

Kofi Amoah Prah im Finale – Beckford ausgeschieden
Der Berliner Kofi Amoah Prah stellte sich der Weitsprung-Ausscheidung. Und sie war eine mühsame Angelegenheit. Im dritten Versuch kam der Deutsche Meister auf 8,01 Meter und war damit Dritter in seiner Gruppe. Trotzdem war es hauchdünn. So schied der als der große Herausforderer von Weltmeister Ivan Pedroso (8,32 m) gehandelte Jamaikaner James Beckford mit 7,98 Metern aus. Die weiteren WM-Medaillengewinner von Sevilla, Yago Lamela (ESP) und Gregor Cankar (SLO), blieben ebenfalls auf der Strecke. Im letzten Versuch wuchtete sich noch Dwight Phillips mit 8,13 Metern als einziger US-Vertreter in die Entscheidung. Dort werden die Australier Jai Taurima (8.09 m) und Peter Burge (8,06 m) versuchen, die Kubaner Pedroso und Luis Meliz (8,21 m) zu attackieren.

Über 100 Meter Hürden tasteten sich in den Vorläufen die Favoritinnen nur ab. Gail Devers (USA) lief dabei in 12,62 Sekunden die mit Abstand schnellste Zeit. Die weiteren Siege in der ersten Runde gingen an Delloreen Ennis-London (12,88 sec), Katie Anderson (12,82 sec), Olga Shishigina (12,81 sec) und Glory Alozie (12,84 sec).

Deutsche Medaillenchancen am Abend
Am Abend hat der DLV in Sydney bei insgesamt neun Entscheidungen die ersten heißen Eisen im Feuer. Lars Riedel hinterließ in der Qualifikation einen guten Eindruck und scheint für das Duell mit dem Weltjahresbesten Alekna gerüstet. Bei Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek wird viel davon abhängen, ob er seine Verletzung sowohl gesundheitlich als auch mental im Griff hat. Zum erweiterten Favoritenkreis zählen außerdem 5000-Meter-Läuferin Irina Mikitenko, die Hürdensprinter Florian Schwarthoff und Falk Balzer sowie die Stabhochspringerinnen Yvonne Buschbaum und Nicole Humbert.

– Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik –

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